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Eindrücke aus Straelen

Blockseminar Übersetzungspraxis mit Andreas Jandl (19.09.-23.09.2022)

Bericht von Lena Riebl

Auch im Herbst 2022 konnte unser „Straelen“-Seminar leider nicht in Straelen selbst stattfinden und wurde stattdessen ins Haus der Universität nach Düsseldorf verlegt. Ein Straelen-Feeling konnte unser Dozent Andreas Jandl aber trotzdem heraufbeschwören - mit einer fröhlichen Arbeitsatmosphäre, produktiven Diskussionen zu spannenden Texten und dem Netzwerken mit „echten“ Übersetzenden.

Schon im Vorfeld hatten wir uns mit der Übersetzung eines Ausschnitts von Blanc résine beschäftigt, einem Roman der Autorin Audrée Wilhelmy aus Quebec. Das Raffinierte für unser Seminar: Der Roman war bereits von Susan Ouriou ins Englische übertragen worden. So konnten einige von uns, je nach Sprachkenntnissen, das französische Original, einige von uns die englische Übersetzung ins Deutsche übertragen. Ein sehr herausfordernder Text, der dadurch aber auch viele Gelegenheiten zum Ausprobieren und zum Dazulernen bot. Der Vergleich mit der englischsprachigen Übersetzung bot zudem aufschlussreiche Einblicke in verschiedene Übersetzungsstrategien.

Auch unsere zweite große Übersetzungsaufgabe war etwas ganz Besonderes: Einen Ausschnitt aus Oscar Wildes Dorian Grey sollten wir nicht nur übersetzen, sondern gleich auch fürs Theater adaptieren und in eine Epoche unserer Wahl versetzen. Meine Kommilitoninnen und Kommilitonen setzen diese Aufgabe auf unterschiedlichste Weise kreativ um, sodass wir beim Vortragen der Dialoge einiges zu lachen hatten. Von Dorian Grey in der Romantik, in den Goldenen 20ern, im New York der 70er-Jahre bis hin zu einer von KIs und Aliens besiedelten Zukunft war alles dabei.

Besondere Highlights bot auch das von Andreas Jandl zusammengestellte Rahmenprogramm. Schon am Sonntag trafen wir uns zur imposanten Aufführung Dorian (Text: Darryl Pinckney; Regie: Robert Wilson) im Düsseldorfer Schauspielhaus und konnten am Montag den Übersetzer und Dramaturgen des Stücks Konrad Kuhn kennenlernen und mit ihm über das Stück und seine Entstehung sprechen. Außerdem verbrachten wir einen anregenden Abend mit dem Düsseldorfer Übersetzerstammtisch, der ins Haus der Universität geladen wurde.

Vielen Dank für diese bereichernde Woche!

Blockseminar Übersetzungspraxis mit Sonja Finck (20.09.-24.09.2021)

Bericht von Ruth Alvermann

Ende September 2021 versammelten sich 10 LÜ-Student:innen unter Leitung der renommierten Berufsübersetzerin Sonja Finck im Haus der Universität der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, um ihre praktischen Übersetzungsfähigkeiten zu trainieren. Aus hygienekonzepttechnischen Gründen war ein Aufenthalt im „echten“ Straelen leider noch nicht wieder möglich, doch der Stimmung tat dies keinen Abbruch. Eine aufregende Premiere feierte das neue Hybridkonzept, sodass einige Studierende von zu Hause aus per Monitor teilnahmen, während andere die Gelegenheit nutzten, die Kommiliton:innen nach über drei Semestern Distanz auch einmal analog in Augenschein zu nehmen und bisher rein digital entstandene Freundschaften in den gemeinsam verbrachten Pausen zu festigen. Sonja Finck vermittelte ungeachtet der ungewohnten Bedingungen und diskreten technischen Herausforderungen (damit alle Präsenzteilnehmenden bei Wortmeldungen auch für die Distanzlerner:innen zu verstehen waren, bedurfte es etwa einer ausgefeilten Mikrofon-Logistik …) viele höchst interessante Einblicke in ihr Können und schulte die Nachwuchsübersetzer:innen nach Kräften in Stilsicherheit, Rhythmus, kreativer Text(un)treue, filmischer Szenenimagination, Pitch-Enthusiasmus und weiteren unerlässlichen Übersetzungsfähigkeiten, was begeistert aufgenommen wurde.

Highlight der Woche war der Lesungsabend im Institut français Düsseldorf im Rahmen der Reihe „Im Herzen der Gewalt“, zu dem die Studierenden Sonja Finck bei der Vorstellung ihrer Annie Ernaux-Übersetzungen begleiten und sogar selbst bei der Abendgestaltung mitwirken durften. Dem interessierten Fachpublikum wurden so brandaktuelle Ergebnisse aus der Seminararbeit präsentiert, bevor der Abend bei einem höchst geselligen Restaurantbesuch entspannt ausklang.

Insgesamt war das Blockseminar für alle eine einzigartig bereichernde und prägende Erfahrung voll neuer Motivation und Inspiration für die weitere Übersetzungstätigkeit. Zu kritisieren bleibt höchstens, dass eine Woche eigentlich viel zu kurz ist!

Blockseminar Übersetzungspraxis mit Dr. Friederike von Criegern (27.08.-01.10.2021)

Bericht von Leslie Fried

"Unter dem inoffiziellen Motto „Straelen in Düsseldorf“ konnten wir als Studentinnen des Masterstudiengangs Literaturübersetzen zwar nicht in Straelen selbst, aber zumindest – im Gegensatz zu den vorhergehenden Semestern – in Präsenz zusammenkommen. Nach eineinhalb Jahren Studium unter Pandemiebedingungen war es schon etwas Besonderes, die Kommilitoninnen und Dozentinnen nicht nur als Kachel auf dem eigenen Laptopbildschirm zu sehen, sondern sie persönlich kennenzulernen und gemeinsam Kaffeepause machen zu können.

Im Haus der Heinrich-Heine-Universität beschäftigten wir uns intensiv mit der Übersetzung von Texten verschiedener Genres. Das Thema Lyrikübersetzung spielte in dieser Woche eine wichtige Rolle: Dank des Besuchs und der Lesung der Übersetzerin Ruth Löbner, die u.a. die Gedichte von Marieke Lucas Rijneveld, der Booker-Prize-Gewinnerin 2020, ins Deutsche übersetzt und uns ihre Interlinearversionen dieser Gedichte zeigte, erhielten wir einen Einblick in die Arbeitsweise einer professionellen Übersetzerin. Gleichzeitig arbeiteten wir intensiv in Kleingruppen an unseren eigenen Übersetzungen lyrischer Texte, die aufgrund der dichten Sprache und der Bedeutung stilistischer Mittel besondere Herausforderungen an Übersetzer*innen stellen.

Friederike von Criegern, die das Seminar leitete, war in ihrem Feedback stets ehrlich und konstruktiv und während zahlreicher Unterhaltungen mit ihr und den anderen Literaturübersetzerinnen, die das Seminar besuchten – neben Ruth Löbner sprachen wir auch mit Karen Gerwig, die online zugeschaltet wurde –, ging es auch um Themen wie Bezahlung, die Relevanz des Netzwerkens, Solidarität unter Übersetzer*innen; kurz, um die ganz praktischen Fragen, die sich im Zusammenhang mit dem Berufsfeld stellen: Wie bekomme ich einen Auftrag? Wie schaffe ich es, vom Übersetzen zu leben? Wie vereinbar sind dabei Beruf und Familie? Immer wieder wurde deutlich, wie wichtig die engen Bande zwischen Übersetzer*innen sind.

Nach dem einwöchigen Seminar fühle sicher nicht nur ich mich so, als wäre der Schritt zum professionellen Übersetzen zwar nicht unbedingt einfach, aber doch zumindest machbar, und als wäre das Klischee der einsam vor sich hinschreibenden Übersetzerin vielleicht wirklich nur das: ein Klischee."

Impressionen aus dem EÜK Straelen im Frühjahr 2020

Bericht von Sabrina Melcher

"Der Aufenthalt in Straelen gestaltete sich als runde und ergiebige Angelegenheit. Erst einmal in fachlicher Hinsicht: die intensive Gruppenarbeit unter Anleitung einer erfahrenen Berufsübersetzerin lebte vom engagierten Austausch zwischen den Seminarteilnehmer:innen und dem durchaus kritischen, aber stets hilfreichen Feedback der Leiterin. Zur Diskussion standen die von den Studierenden angefertigten Übersetzungen von Prosatexten verschiedenster (Bestseller-) Autoren und Genres, sowie das Bewerben bei Verlagen als Übersetzer:in mit eigenen Textvorschlägen. Dabei bekamen wir Studierende viele Tipps für den Einstieg in die Buchbranche und für das Leben in Selbstständigkeit im Allgemeinen.

Ferner herrschte im ganzen Kolleg eine warme, gesellige Atmosphäre, welche sich im Rahmen einer Lesung mit den residierenden Übersetzer:innen, die aktuelle Projekte präsentierten und sich beim anschließenden Abendessen unseren Fragen stellten, noch verstärkte. Ebenso der Besuch des wöchentlichen Übersetzungs-Stammtischs  und  das gemeinsame Einkaufen und Kochen mit den Kommiliton:innen sorgten für ein gutes Miteinander. Alles in allem fühlte ich mich in dem Haus, das so viel fachlichen und menschlichen Input bereithielt, sehr wohl und würde in Zukunft gern einmal dort als professionelle Übersetzerin beherbergt werden."

Weitere Berichte von Studierenden folgen.

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